Geschichte des Schwibbogens

Veröffentlicht am 05.12.2016 von Matthias Slovig

Schwibbögen aus dem ErzgebirgeJetzt, wo die Tage so richtig kurz sind und die Nächte dafür unendlich scheinen, erscheinen sie in zahlreichen Fenstern: Erleuchtete Schwibbögen. Die hölzernen Bögen, sorgfältig geschnitzt und mit echten oder elektrischen Kerzen bestückt, bringen ein traumhaftes Licht und eine wunderschöne Atmosphäre in dunkle Winterabende. Wie kam es jedoch dazu, dass aufwendig dekorierte Bögen aus Holz mit Kerzen bestückt wurden?

Der Ursprung dieses Brauches, wie so vieles im Erzgebirge, liegt in der Bergbau-Geschichte der Region begründet. Die Bergleute mussten die Wintermonate oft komplett im Dunklen verbringen: Ihre Schicht begann vor Sonnenaufgang und endete, wenn sie bereits wieder untergegangen war. Ihre Sehnsucht nach dem Licht wurde mit vielen Erfindungen rund um das Licht gestillt – seien es Weihnachtspyramiden, Adventsleuchter oder eben der Schwibbogen.

So war es auch bei einer Mettenschicht im 18. Jahrhundert, dass man zum ersten Mal etwas von einem Lichterbogen hörte. Die Mettenschicht ist die traditionelle Abschlussschicht vor dem Weihnachtsfest, bei dem die Bergleute zusammen gegessen und getrunken sowie Reden gehalten haben. Die ersten Schwibbögen waren zunächst aus Metall gearbeitet und zeigten neben typischen Bergbau-Motiven auch biblische Szenen, wie zum Beispiel die Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies.

Wieso der Bogen seine typische Form hat, ist unklar. Denkbar ist zum einen die Darstellung des Himmelbogens, zum anderen der Eingang zum Bergwerk-Stollen, welcher eine ähnliche Form hat. Früher war es auch üblich, dass der Bogen nur eine ungerade Anzahl an Kerzen haben durfte. Damit stand eine Kerze immer im Mittelpunkt an höchster Stelle.

Dies ist heute auch nicht mehr unbedingt der Fall. Mittlerweile haben sich die Gestaltungsweisen sowie die Motivwahl weiterentwickelt und es gibt viele Variationen des einstigen Metallbogens. Die nur noch aus Holz gefertigtem Schmuckstücke werden besonders gerne als sogenannten ‚Doppelschwibbögen’ oder ‚3D-Bögen’ gekauft. Hierbei sind die elektrischen Kerzen zwischen zwei breiteren Bögen versteckt und verbreiten ein warmes, indirektes Licht.

Dabei werden oft spektakuläre Laubsägearbeiten verwendet, die den Eindruck eines echten Waldes rund um den Schwibbogen erwecken. Hier dienen Szenerien des wäldlichen Erzgebirges als Inspiration. Aber auch die Weihnachtsgeschichte sowie Städte des Erzgebirges werden von den Handwerksmeistern gerne dargestellt.

Eins hat sich seit dem 18. Jahrhundert nicht verändert: Die Menschen genießen den warmen Lichtschein von Schwibbögen und verschönern sich die Weihnachtszeit gerne


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